Mutprobe
Wer traut sich, eine Brennnessel anzufassen? Dies ist eine kleine Mutprobe für die Klassenfahrt, die sich gut als Einstieg in das Thema Pflanzen eignet.
Material:
frische Brennnesseln
Lupe
Beschreibung:
Mut ist nicht gleich Leichtsinn. Wir nähern uns der Brennnessel daher vorsichtig und pflücken eine nahe dem Boden ab. Ehe wir mutig auf ein Blatt fassen, wollen wir doch erst einmal sehen, wo die Gefahr eigentlich lauert. Dazu betrachten wir Brennnessel genau. Was sehen wir? Die Brennhaare sind schon mit bloßem Auge gut sichtbar. Wo sitzen die Haare? Finden wir sie nur auf dem Blatt oder auch darunter? Sitzen sie an den Blattzacken oder am Stängel? Sind mehr Brennhaare an den alten oder an den jungen Blättern zu sehen?
Und in welche Richtung zeigen die Brennhaare? Ergibt sich daraus vielleicht eine Möglichkeit, die Blätter anzufassen, ohne sich zu verbrennen? (Der Trick besteht darin, die Blätter nicht gegen den Strich der Brennhaare anzufassen!)
Mit der Lupe sehen wir uns nun die Brennhaare genauer an. Deutlich sichtbar ist ihr dicker Sockel und die feine Spitze, die in einem Köpfchen endet. In diesem Köpfchen ist kristalline Kieselsäure eingelagert, sozusagen eine präformierte Abbruchstelle. Kommt man gegen das Haar, bricht das Köpfchen ab und eine Flüssigkeit tritt wie aus einer Injektionsspritze aus: ein Gemisch aus Ameisensäure, Acetylcholin und Histamin, das zu Pusteln und Juckreiz führt. Sind die Brennhaare bereits abgeknickt, so sind sie entleert und können nicht mehr brennen. Es gibt also zwei Möglichkeiten, die Klassenfahrts-Mutprobe zu bestehen:
Entweder man fasst die Brennnessel vorsichtig „mit dem Strich“ an, oder man sorgt dafür, dass die Haare bereits abgebrochen sind. Dazu kann man die Brennnessel gegen den Tisch schlagen oder kräftig waschen. Und schon kann nichts mehr passieren!
