Kinder entdecken Wald für ihre Spielwelt wieder

Waldspiele: Andrea Kramer von Forum Kunstvereint erarbeitet ein Theaterstück

Quirlige Elfen in gelben Gewändern, lebhafte Erdmänchen unter einer Schicht aus Blättern, Moos, Gras und winzigen Zweigen, hölzerne Musikinstrumente und Spielgeräte – 20 Kinder endecken den Wald, der die Phantasie beflügelt, zur Kreativität inspiriert.

Seit dem 6. Juli treffen sich die Mädchen und Jungen in der waldreichen Gegend „Mühlenbruch“ auf der Grenze zwischen Gelsenkirchen und Herten. Dort entdecken sie den Wald, für ihre Lebens-, Lern- und Spielwelt. „Es geht nicht darum, Wissen zu vermitteln oder Erlerntes abzufragen“ sagt Diplom-Forstwirt Dirk Gouder von der Gesellschaft für Umweltbildung und Naturerlebnis (Arillus), einer der Verantwortlichen für das Projekt. „Die Kinder sollen sich vielmehr spielerisch und phantasievoll mit den Eigenarten der Natur auseinandersetzten.“

Das 14 Tage dauernde Projekt mit Kindern aus „Schweizer Dorf“ und Naturfreundehaus ist Teil der Aktion „Ferien vor Ort“. Es ist überdies auch ein Experiment für Andrea Kramer, Regisseurin bei Forum Kunstvereint, die noch nie im Wald und noch nie mit Kindern Regie geführt hat. „Wald übt auf sie eine gewisse Fazination aus. Inspirationsquelle und Kulisse sind die Bäume, der weiche Waldboden mit den Blättern und Farnen.“ Gemeinsam mit den Kindern erarbeitet Andrea Kramer ein Theaterstück, das den Sommernachtstraum nachempfunden ist.

Bei ihr spielen allerdings Erdmännen und Elfen mit.

„Waldspiele“ heißt das Stück, das die Gruppe am Freitag, 17. Juli, 16.30, auf der Waldbühne aufführt.

Treffpunkt ist der zweite Waldweg, links von der Gelsenkirchner Straße aus Gelsenkirchen kommend, nach der Auffahrt A2, in Richtung Oberhausen. Und wie reagierten die Akteure? Andrea Kramer und Dirk Gouder: „Den ersten Tag ging es natürlich darum einander kennenzulernen, den Wald in Besitz zu nehmen.“ Die Kinder kannten zwar den Wald als Holzlieferant, aber die Begegnung fehlte. So ist es nicht verwunderlich, daß sie mit einem langgezogenen „iiiih“ und „igitt“ den weichen Waldboden betraten. Und dann war da noch der Knirps, der ein Tuch brauchte, um die beschmutzten Schuhe zu putzen. – war