Ob Erdfarben, Waldsofa oder Baumhaus

Ob Erdfarben, Waldsofa oder Baumhaus: viel Spaß hatten die Kinder der therapeutischen Tagesgruppe Hedemünden bei einem umweltpädagogischen Pilotprojekt.

Hedemünden Mit Kriegsbemalung kommen Marcus, Kai und Daniela aus dem Wald. „Wir haben Farben aus Erde gemacht.“ Auch die Gesichter der Umweltpädagogen Petra Krüger und Markus Hirschmann sind kaum zu erkennen. Jetzt werden die matschigen Schuhe – das Wetter war am Mittwoch nicht gerade ideal für waldiges Erleben – im Flur des Hauses Eichbühl abgestellt. Malen mit den selbstgemachten Farben steht auf dem Programm. „Ich habe einen Knochen vom Reh gefunden. Und Weinberg-schnecken“, erzählt Marcus stolz. Neben schulischem Lernen, Sport und Malen gehören Unternehmungen in der freien Natur zum Konzept.

„Der Bezug zur Natur fördert Ausgeglichenheit und Lernfähigkeit“, so Dorstewitz. Deshalb lag eine Zusammenarbeit mit Umweltpädagogen auf der Hand. Markus Hirschmann vom Göttinger Naturschutzbund und Petra Krüger von „ARILLUS“, einem Zusammenschluß von Umweltpädagogen, haben das Projekt sorgfältig geplant und sich vorher vor Ort kundig gemacht. Mit neun anderen Kindern aus den Landkreisen Göttingen, Witzenhausen und Hann. Münden gehört er zur festen Tagesgruppe Hedemünden, die im idyllischen Haus Eichbühl stationiert ist. Unter der Verwaltung der „Jugendhilfe Obernjesa“ werden die Kinder nachmittags und in den Ferien betreut. Ziel sei eine breite Persönlichkeitsförderung, so Gisela Dorstewitz von der Hedemündener „Crew“. Ihr Ansatz ist das „Aachener Modell“ für Umweltpädagogik in der Heimerziehung. Fördermittel der Sparkasse haben das zweitägige Pilotprojekt möglich gemacht.

Die Pädagogen hoffen auf eine Fortsetzung.

Einmodelliert
Inzwischen sitzen die Kinder konzentriert um den großen Tisch herum und malen: Blumen und Tiere. Petra hat von draußen Blütenblätter mitgebracht. Sie werden in die Bilder einmodelliert. „Das bringt Glück.“ Anfangs waren die vier „Ferienkinder“ eher skeptisch: keine Lust auf den Wald. „Aber dann hat es Spaß gemacht“ erzählt Kai. Das Waldsofa aus Stöcken ist wie ein großes Nest. „Und morgen bauen wir ein Baumhaus.“

(zsg)